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Ausgabe 44: April 2009
Leitartikel             

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Datenschutz im digitalen Zeitalter

"Der große Bruder sieht dich" ("Big Brother is Watching You") ist seit der Veröffentlichung von Orwells dystopischem Roman "1984" zu einer der am häufigsten benutzten Referenzen auf Totalitarismus geworden. Wie sieht uns der große Bruder? Vielleicht aus einem schwarzen Kleinwagen mit einem recht diskreten Google-Aufkleber und einer großen Kamera auf dem Dach (Bilder in diesem Artikel). Die Furore um die seit neuestem verfügbaren Street-View-Daten für Großbritannien in Google Maps sind zur gemeinsamen Streitsache von BefürworterInnen des Datenschutzes geworden, die sich darüber beschweren, dass diese Dienstleistung die Freiheit untergräbt.


Verschiedene Strafanträge wurden bereits bei der britischen Regierung eingereicht. Bis jetzt jedoch lautete die Antwort, Geduld zu üben, bis Google die verletzenden Aufnahmen gelöscht hat. Aktivisten verlangen eine Unterbrechung der Dienstleistung, bis diese verbessert und Schutzmaßnahmen für den Datenschutz eingerichtet werden können.

Street View hat Anlass zu einer neuen "Freizeitbeschäftigung" gegeben, die darin besteht, Besonderheiten zu entdecken, diese zu speichern und anhand von Blogs in Umlauf zu bringen. Einerseits finden wir Beispiele der übereifrigen Anwendung von Tools zum Verwischen der Gesichtszüge von Personen auf Postern, andererseits bleiben andere Personen in peinlichen Situationen (betrunken in der Straße, im Eingang eines Sex-Shops) deutlich erkennbar.

Jedoch können auch die harmlosesten Fotos, einmal veröffentlicht, für die fotografierten Personen unangenehme Folgen haben. So berichtet die BBC zum Beispiel, dass "eine Frau, die umgezogen war, um vor einem gewalttätigen Partner zu flüchten, in Street View deutlich erkennbar vor ihrem neuen Haus zu sehen war."

Die britische Regierung plant ebenfalls, im Rahmen einer Ausweitung des Anti-Terror-Gesetzes den Nutzerverkehr auf Social-Networking-Sites wie Facebook zu überwachen.

Die europäische Richtlinie 2006/24/EGlegt ebenso fest, dass die Mitgliedstaaten Daten aufbewahren müssen, die identifizieren können, wer mit wem in Verbindung gestanden hat.

Um noch einmal auf Facebook zurückzukommen: Der Plan , Händlern Daten zu verkaufen und die Standardbedingungen zu ändern, wurden im letzten Moment durch die gemeinsamen Bemühungen der BenutzerInnen verhindert. Es ist auch ans Tageslicht gekommen, dass im Namen der Forschung eine "gewaltige" Menge an Daten auf den Servern des Spieles EverQuest II gesammelt wurden.

Wir waren so naiv zu denken, dass unsere Daten nur uns etwas angehen - tatsächlich aber gehören sie den Gesellschaften, die die von uns benutzten Dienstleistungen zur Verfügung stellen und können als Handelsware von Regierungen in Beschlag genommen oder an Firmen sowie zu wissenschaftlichen Zwecken weiterverkauft werden.

VerteidigerInnen der Internetsicherheit sind machtlos gegen diese Art von Problemen. Im Grunde geht es hier um die Auffassung der Regierungen darüber, wie sie am besten Ordnung und Sicherheit garantieren können. Was jedoch wahr bleibt, ist, was wir schon oft wiederholt haben: Man sollte nichts ins Netz stellen, das man lieber für sich behalten möchte.

big brother

Download einer Liste der verschiedenen Veranstaltungen zum Safer Internet Day in jedem Land

Digivaardig & DigibewustBegeisterte Aufnahme des e-Safety Kits für Eltern und Kinder durch öffentliche Bibliotheken in den Niederlanden
Amsterdam, den 1. April 2009 – Digivaardig & Digibewust und Cable & Media Company UPC Nederland haben heute in allen öffentlichen Bibliotheken ein besonderes Informationspaket zur Verfügung gestellt, das die sichere Benutzung des Internets unterstützen soll. Das Paket trägt den Namen Gezinspakket eSafety [eSafety Unterhaltungsbroschüre für die Familie] und strotzt vor nützlichen Informationen und lehrreichen Spielen für Eltern und Kinder. Alle Interessierten können sich eine Kopie abholen. Das Paket kann unter www.upc.nl/gezinspakket auch heruntergeladen oder bestellt werden.
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INHOPE_insafe 
Richtungsweisendes Gipfeltreffen vereinbart Zusammenarbeit zwischen Agenturen im Kampf gegen die Kinderausbeutung online
INHOPE und INSAFEs regionales Nordtreffen der EG Safer Internet Netzwerke am 1. und 2. April brachte InteressenvertreterInnen aus den teilnehmenden Ländern zusammen, um die Gelegenheiten und Herausforderungen zu besprechen, denen sich Hotlines (*), Knotenpunkte und Beratungsstellen in Zukunft gegenübersehen werden, während sie sich der veränderlichen Umgebung der digitalen Welt anpassen.
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Kicksafeklicksafe Handbuch und Broschüre für Elternabende
Neues Material von klicksafe: Referenten, die Elternabende zum Thema Medienerziehung durchführen, erhalten mit der Handreichung „Elternabende Internet + Handy“ inhaltliche und organisatorische Unterstützung. Die Materialsammlung bietet umfassende Informationen zur Planung und Umsetzung von Angeboten, mit denen sich Referenten über Schulen und andere Bildungseinrichtungen gezielt an die Eltern richten. Mehr


Stop violence against childrenStoppt Gewalt gegen Kinder
Der nationale tschechische Knotenpunkt für Internetsicherheit ist zum Partner der Regierungskampagne "Stoppt Gewalt gegen Kinder" geworden, die im April 2009 anläuft. Hauptziel der Kampagne ist es, die körperliche Züchtigung und andere Formen körperlicher Bestrafungen von Kindern in Familien und Schulen zu reduzieren. Die Bewusstseinskampagne richtet sich an das allgemeine Publikum und lädt bekannte Persönlichkeiten ein, über ihre persönlichen Erfahrungen zu berichten und gute Beispiele zu teilen. Die Kampagne läuft bis Ende 2009.  
Video anschauen



Digital Youth LifeDigital Youth Life 2009
Die Umfrage untersuchte das Verhalten, die Vorzüge und Erfahrungen von Kindern und Jugendlichen in Bezug auf den Austausch persönlicher Informationen online. Die TeilnehmerInnen im Alter von 9 bis 16 Jahren wurden gefragt, ob sie private Fotos oder Videos anderer veröffentlichen und ob sie normalerweise um Erlaubnis bitten, bevor sie Material ins Netz stellen. Die Umfrage forschte auch nach, welche Maßnahmen Kinder nehmen würden, wenn sie sich online entblößt fühlen, und ob sie selbst schon negative Reaktionen auf Kommentare oder Material bekommen haben, das sie online veröffentlicht haben. Mehr


APAK
Gründung der Vereinigung für audiovisuelle Klassifizierung

Anfang März wurde die Vereinigung für audiovisuelle Klassifizierung (APAK) in Prag gegründet. Ziel der APAK ist es, zum Vorbereitungsverfahren des neuen tschechischen Mediengesetzes und den dazugehörigen audiovisuellen Richtlinien beizutragen, das vom Kultusministerium der tschechischen Republik vorbereitet wird und Ende 2009 vom tschechischen Parlament auf die Forderung der Europäischen Kommission hin verabschiedet werden soll ( Richtlinie über audiovisuelle Mediendienste, 2007/65/EG).Plus  Mehr



amandus
Mobilfunkbetreiber erhöhen die Sichtbarkeit der Hotline in Bulgarien

Am SID 2009 fand ein außergewöhnliches Ereignis statt - die drei bulgarischen Mobilfunkbetreiber Mobiltel, GLOBUL und Vivatel schickten Textnachrichten an ihre Kunden, die mobiles Internet verwenden, um sie über den Safer Internet Day zu informieren. Mehr





Commissioner KunevaKommissarin legt Prioritäten im Bereich des Datenschutzes fest
Das Vertrauen der BenutzerInnen muss dringend durch eine durchsichtigere Datenerfassungspolitik wiedergewonnen werden. Wir müssen die Konsumenten darauf hinweisen, dass mit ihren Daten Handel getrieben wird und den BenutzerInnen die Möglichkeit geben, eine gewisse Kontrolle auszuüben. Mehr als 4 von 5 jungen InternetbenutzerInnen glauben, dass ihre persönlichen Informationen auf irgendeine Weise ohne ihr Wissen benutzt und von Dritten ohne ihr Einverständnis geteilt werden. Und sie haben recht. Mehr




Norway01
Norwegische Medienbehörde gewinnt Website-Preis
Die norwegische Medienbehörde hat den 3. Platz des national anerkannten Farmand-Preises für öffentliche Websites 2009 gewonnen. "Ein erfreulicher und ermutigender Preis, der unseren Einsatz für die neue Website bestätigt," freut sich Webmasterin Eva Johnson. Mehr



PEGI in Austria   
Jugendausschuss beim norwegischen Amandus Filmfestival für Kinder
Die norwegische Medienbehörde und ihr Jugendausschuss organisieren ein Seminar zum Thema Medienbildung im Bereich der Filme und Spiele. Das Seminar befasst sich damit, wie Kinder die Altersbegrenzungen für Filme und Spiele verstehen - und ob dies mit ihrer eigenen Auffassung über den Jugendschutz übereinstimmt. Mehr



Friend request
'Friend Request' – eine Ausstellung über virtuelle Freundschaft
21 März-
3 Mai, 2009, Stockholm, Sweden
Die Ausstellung “Friend Request” im bekannten Kulturzentrum Kulturhuset in Stockholm überträgt die virtuellen Realitäten sozialer Sites und Anwendungen wie Facebook, MSN und Twitter in die wirkliche Welt.

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