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Internet Service Provider und Industrie: Aufgaben und Verantwortung
In der Debatte um das Internetspiel
"Muslim Massacre" gibt es eine Stellungnahme von der
Ramadhan Foundation , die das Spiel als „inakzeptabel, geschmacklos und zutiefst beleidigend“ beschreibt.
Die Gruppe argumentiert: "Dieses Spiel verherrlicht das Töten von Muslimen im Mittleren Osten und wir bitten alle Internet Service Provider (ISP) dringend darum, Maßnahmen zu ergreifen um diese Website zu entfernen, denn sie stachelt zur Gewalt gegen Muslime an und versucht das Töten unschuldiger Muslime zu rechtfertigen." |
Kommentatoren erwähnen in ihrer Berichterstattung oft, dass es wenig gibt, was Internetdienstanbieter dagegen tun können. Die Verantwortung für die Kontrolle, was im Internet angeboten wird und was nicht, liegt nicht beim Service Provider, der lediglich den Zugang zum Internet anbietet.
Die Diskussion ist offen
In Großbritannien sind zur Gründung des Britischen Rates für Kindersicherheit im Internet (UKCCIS - UK Council for Child Internet Safety) Akteure
verschiedener Interessengruppen zusammengekommen, darunter auch Mitglieder des Insafe-Netzwerkes und Industrievertreter der ISP. ISPA (Internet Services Providers’ Association)-Ratsmitglied Camille de Stempel, Director of Policy bei
AOL Europe, wurde beispielsweise in den Vorstand des UKCCIS berufen.
Welche Verantwortung tragen also die ISP?
ISP Virginmedia dazu: "Mit den neuen Kommunikationsmöglichkeiten entstehen auch Bedenken hinsichtlich des Schutzes der Privatsphäre, des Rechts an geistigem Eigentum und der Sicherheit von Internetnutzern, insbesondere von Kindern. Diese Themen sind weitergehend als nur die reine Wahrnehmung unserer direkten Verantwortung gegenüber unseren Kunden; sie sind mit der Frage verbunden, was es bedeutet ein verantwortungsbewusster Internet Service Provider zu sein. "
Es besteht also Hoffnung, dass neue Antworten gefunden werden. Die Ofcom
(Office of Commumnications) Antwort an das britische House of Lords enthielt die folgende Aussage:
"Ofcom ist der Überzeugung, dass die ISP einen größeren Beitrag zur Sicherheit leisten könnten, als dies im Moment der Fall ist. Sicherheit könnte beispielsweise ein wichtigeres Merkmal beim angebotenen Dienst werden und es könnte mehr Transparenz geben hinsichtlich der Unterstützung in Sachen Sicherheit, die die Nutzer erwarten können, und die die ISP bieten sollten. Ofcom hat sich mit der Internet Service Providers’ Association (ISPA), dem ISP Geschäftsgremium, zusammengetan, um zu untersuchen, was die Industrie tun kann um dem Sicherheitsbedürfnis der Nutzer gerecht zu werden"
Die britische Vereinigung Children’s Charities’ Coalition on Internet Safety (CHIS) stellt die Frage: "Welche Rolle sollten die ISP in dieser Angelegenheit spielen? Sie sind im Endeffekt die Firmen, die den Internetzugang tatsächlich anbieten."
Die CHIS sieht die Verantwortung für Sicherheit bei den Anbietern von Hardware und Diensten:
"Die alte Idee eines ISP war die eines Unternehmens, das ausschließlich oder hauptsächlich eine Internetverbindung zur Verfügung stellt. Heutzutage gibt es immer weniger solcher Unternehmen; vor allen Dingen auf dem britischen Markt gibt es eine Internetverbindung häufig im Paket mit Hardware. Daher ist für viele Leute das Kaufen von Hardware und der Erhalt eines Internetzugangs ein und dieselbe Transaktion. Und da Mobilfunk- und TV-Firmen immer mehr in den gleichen Raum rücken, der vorher nur von ISP ausgefüllt wurde, ist diese Multimedia-Konzentration für Millionen von Menschen aus verschiedensten Haushalten eine alltägliche und häufig verwirrende Situation geworden."
Die CHIS schlägt vor, dass:
"in jenem Maße, in dem ein Unternehmen auf dem britischen Markt Internetzugang anbietet, entweder als ein Einzelprodukt oder als Teil eines Gesamtangebotes, die Internetkomponente automatisch immer mit einer vorinstallierten Sicherheitssoftware ausgestattet sein sollte, die auf die höchste passende Sicherheitsstufe eingestellt ist."
Diese Verantwortung soll jedoch geteilt werden, wie die Vereinigung betont:
"Das Risiko bei der automatischen Aktivierung von Sicherheitseinstellungen ist in gewissem Sinne und unter anderem, dass es Eltern ein trügerisches Gefühl der Beruhigung vermitteln kann.
Es kann dazu führen, dass viele Eltern sich nie mit dem Problem der Internetsicherheit beschäftigen und wenn dann etwas Unerwartetes passiert, wissen sie nicht, was zu tun ist.
Eltern könnten glauben, dass das Gerät oder der Service garantiert immer 100%ig sicher ist, so dass sie keinen weiteren Gedanken daran verschwenden, weil sie glauben, sich nicht mehr damit beschäftigen zu müssen. Eine solche Einstellung wäre schlecht und nicht wünschenswert, aber es wäre noch schlimmer, wenn gar nichts getan würde."
"Es ist auch wichtig, dass das Vorinstallieren von Sicherheitssoftware nicht als Alternative zur Aufklärungsarbeit bei den Eltern gesehen wird. Vorinstallierte Sicherheitssoftware ist etwas, das zusätzlich getan werden muss. Sicherheitssoftware vorzuinstallieren darf auch keine Alternative dazu sein, weiterhin Kinder und Jugendliche über die Gefahren des Internets und die Bedeutung eines angemessenen Verhaltens im Internet aufzuklären."
Die Akteure der Internetsicherheit müssen also weiterhin in vielen verschiedenen Richtungen Arbeit leisten. Unsere Aufgabe besteht darin, das Bewusstsein zu fördern und wir müssen mit der Industrie zusammenarbeiten in einer geteilten Verantwortung zum Schutz und zur Aufklärung. Deshalb beteiligen wir als Netzwerk an vielen unserer Kampagnen auch Vertreter der Industrie.

| Autor: |
Chris Jenkins, Insafe |
| veröffentlicht: |
Wednesday, 19 Nov 2008 |
| Letzte Änderung: |
Tuesday, 2 Dec 2008 |
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