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Websites missachten den Datenschutz bei Kindern

Websites für Minderjährige halten sich nicht an Datenschutzbestimmungen. Kinder werden oft nach persönlichen Daten gefragt, mit denen sie (kostenlosen) Zugang zu Informationen und Spielen erhalten. Im Zusammenhang mit Wettbewerben und Onlinediensten (Chat, E-Cards, etc.) sind sogar Daten von BesucherInnen oder dritten erforderlich.

In der Europäischen Union wurden rechtliche Initiativen gestartet, um persönliche Daten zu schützen. Darüber hinaus haben verschiedenste Institutionen Empfehlungen abgegeben, wie Minderjährige online geschützt werden können. Um zu kontrollieren, ob legale Auflagen und Empfehlungen eingehalten wurden, sind Websites von belgischen Organisationen, die sich vornehmlich an Kinder und Teenager richten, analysiert worden.

Die Ergebnisse zeigen, dass während eine Mehrheit (8 von 19) persönliche Daten sammelt nur eine Minderheit von Websites die Privatsphäre der Kinder schützt. Diese Ergebnisse stammen aus einer Analyse 294 Websites, die im vierten Datenschutzbericht "Cyberkids’ e-Privacy" von Prof. Dr. Michel Walrave der Universität von Antwerpen (Belgien), veröffentlicht wurden.

Datenschutzerklärungen, bei denen hervorgeht, wer für die Verarbeitung der Daten zuständig ist, Ziel und Zweck der Datensammlung sowie spezifische persönliche Rechte werden nur auf wenigen Websites, die persönliche Daten verarbeiten (4 von 10), dargelegt.

Darüber hinaus sind die Datenschutzerklärungen oft unzureichend oder verwenden eine für die Zielgruppe unangemessene sprachliche Formulierung. Nur wenige Firmen beziehen die Eltern mit ein (Informationen, Erlaubnis einholen), wenn persönliche Daten verlangt werden.

Deshalb könnten neue Initiativen oder (Zusatz-)Regulierungen getroffen werden, die klar festlegen, wann, für welchen Zweck, wie und welche persönlichen Daten von Minderjährigen bearbeitet werden dürfen. Die Art und Weise wie Minderjährige darüber informiert werden und wie sie ihre Rechte durchsetzen können ist wichtig für die Entwicklung und das Bewusstsein des erwachsenen Konsumenten. Erklärungen sind jedoch noch nötig, unter welchen Umständen der Rat oder sogar die Erlaubnis eines Elternteils eingeholt werden muss.
 
Ziel dieser Datenschutzdokumente ist es, spezifische Themen im Bereich des Datenschutzes in der Informationsgesellschaft generell und speziell im Internet zu untersuchen. Seit 1992 führt der Autor dieser Dokumente, Prof. Dr. Michel Walrave, Forschungen rund um die Auswirkungen der Informationsgesellschaft vor allem auf die (online) Datenverarbeitung und Direktvertrieb durch.

Weitere Informationen, inklusive eine 20seitige Zusammenfassung des Berichts auf Englisch oder Niederländisch, finden Sie auf der belgischen e-privacy Website.

Autor: Prof. Michel Walrave, University of Antwerp
veröffentlicht: Wednesday, 9 Nov 2005
Letzte Änderung: Monday, 19 Dec 2005
 
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