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Selbstregulierung unter InternetbenutzerInnen - Eine Forderung an die Verantwortung des Einzelnen im Web

Mit der enormen Verbreitung benutzergenerierter Inhalte im Internet wird einmal mehr um die Teilnahme der InternetbenutzerInnen bezüglich der Selbstregulierung und Selbstverantwortung im Web gebeten.
Social-Networking-Sites und andere online angebotene Werkzeuge des Web 2.0 sind vor allem für Jugendliche höchst interessant und faszinierend. Besonders 2007 haben solche Sites ein inflationistisches Wachstum aufgezeigt – größtenteils aufgrund der Tatsache, dass Selbstdarstellung in Benutzerprofilen sowie die Teilnahme an Online-Gemeinschaften einen großen Reiz ausübt. Laut einer Online-Studie der deutschen öffentlich-rechtlichen Fernsehsender ARD und ZDF haben 40% der 12-29jährigen und 29% der 20-29jährigen bereits solche Social-Networking-Sites besucht (ARD/ZDF-Online-Studie 2007).

Ein gutes Beispiel für diesen Trend ist die Website SchuelerVZ (www.schuelervz.de), eine Social-Networking-Site für Schüler ab 12 Jahren mit etwa 1,6 Millionen eingeschriebenen Mitgliedern. Die Betreiber der Site kontaktierten klicksafe vor einiger Zeit, um Informationen und Ratschläge über die Internetsicherheit und das Thema Jugendschutz einzuholen. Schuelervz verfügt über einen Verhaltenskodex, den alle BenutzerInnen, die sich auf der Website einschreiben, respektieren müssen. Eltern und LehrerInnen und Erwachsene im Allgemeinen haben keinen Zugang zu dieser Website, nur SchülerInnen, die eine Einladung von anderen SchülerInnen erhalten haben, können sich bei der Gemeinschaft anmelden.

Ein wesentlicher Punkt des Web 2.0 ist, dass die BenutzerInnen aktiver an der Erstellung von Inhalten teilnehmen und sie online veröffentlichen. Daher müssen die BenutzerInnen sich ebenfalls mehr an der Handhabung und der Kontrolle der Inhalte beteiligen. Beispiele hierfür sind die weit verbreiteten Kommentar- und Bewertungsmöglichkeiten in Blogs, auf Websites zum Bücherverkauf und für Hotelinformationen. Was soziale Netzwerke angeht, ist die Selbstregulierung durch die BenutzerInnen ein wichtiger Aspekt, der von den Betreibern solcher Sites erleichtert und unterstützt werden muss. Nur, wenn die BenutzerInnen über ihre Verantwortung und ihre Möglichkeiten, über illegale, schädliche oder unangebrachte Inhalte zu berichten, informiert sind, werden sie dies tun. Im Fall sozialer Gemeinschaften wie Schuelervz oder auch dem Äquivalent für StudentInnen, StudiVZ (www.studivz.de), sind Inhalte wie die sexuelle Selbstdarstellung junger Mädchen das Thema von Diskussionsgruppen oder der Blickpunkt des Cybermobbings.

Ein Schritt in die richtige Richtung wäre zum Beispiel ein zentraler „Bericht!“-Knopf auf jeder Site, damit BenutzerInnen nicht auf der ganzen Website nach Berichtmöglichkeiten suchen müssen. Die Verantwortung liegt also bei den Betreibern der Website, die einerseits technische Lösungen für illegale Inhalte bieten und andererseits ihre BenutzerInnen informieren müssen, was sie tun können, um bei der Ausmerzung unangebrachter Inhalte zu helfen.

Stephanie Kutscher, klicksafe

veröffentlicht: Tuesday, 30 Oct 2007
Letzte Änderung: Monday, 26 Nov 2007
 
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