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Sicheres Internet in Litauen

Seit Beginn des Jahres 2005 wurden in Litauen verschiedenste Aktivitäten veranstaltet, um ein sichere Internet in der Öffentlichkeit zu fördern. Diese Initiativen werden vom Aktionsplan für sicheres Internet der Europäischen Kommission unterstützt.

Die Aktivitäten richteten sich an LehrerInnen, Eltern, SchülerInnen und die Öffentlichkeit. Die Website www.draugiskasinternetas.lt (“freundliches Internet ”) wurde ins Leben gerufen, um Informationen und Tipps anzubieten, wie das Internet sicher genutzt werden kann. Die Website berät Kinder und Eltern über den Einsatz des Internets und bietet Links zu Filter- und Anti-Spam-Software. Darüber hinaus gibt es eine Hotline, rechtliche Informationen und eine Übersicht aller Maßnahmen der Hotline. Laut einer unabhängigen Umfrage, die im Mai 2006 durchgeführt wurde, kennen 28% der LitauerInnen die Website.

Es wurden Bildungsseminare mit dem Titel "Das Internet: Vorteile und Gefahren" und "Sicheres Internet - Entwicklungspotential für Kinder" für LehrerInnen, verschiedenste ExpertInnen der Regierungs- und Stadtverwaltungen und SozialpädagogInnen angeboten. Die TeilnehmerInnen fungierten anschließend in ihren Schulen und Organisationen als MultiplikatorInnen . Darüber hinaus nahmen 3000 LehrerInnen an Seminaren teil, die in den einzelnen Ländern, Regionen und Schulbezirken abgehalten wurden.

Das "Fünf magische Schritte - Programm" ist ein weiteres Seminar für Eltern und alle ExpertInnen, die mit Kindern und Jugendlichen arbeiten. Es hat sich als gutes Werkzeug dafür erwiesen, Eltern und Kindern das Internet gemeinsam näher zu bringen. Die fünf Schritte sind:

(1)Eltern werden sich der möglichen Risiken und Bedrohungen des Internets bewusst
(2)Eltern verstehen die Persönlichkeit ihres Kindes besser (Talente, Ängste, Überzeugungen, etc.)
(3)Eltern werden sich der lebensnahen Kontexte bewusst, in denen ihr Kind das Internet verwendet (zu Hause, in der Schule, in der Bibliothek, beim besten Freund/bei der besten Freundin, etc.)
(4)Eltern motivieren ihre Kinder dazu, ein Gefühl für Verantwortung und Sicherheit zu entwickeln
(5)Eltern stellen ständige Gespräche mit ihrem Kind rund um dieses Thema sicher, lesen verschiedenste Artikel und andere Informationen über Entwicklungen im Internet, lernen Erfahrungsberichte anderer Familien kennen, etc.

Um das Bewusstsein für ein sicheres Internet auch der gesamten Bevölkerung vermitteln zu können, wurde Anfang 2006 eine großangelegte Kampagne gestartet. Die Kampagne bestand aus einem Logo, einem eigenen Stil, Format und verschiedensten Botschaften. Sie wurde der Öffentlichkeit anhand einer ausgeklügelten Werbestrategie vermittelt. Die Zielpersonen wurden dazu motiviert, auf Probleme wie verletzende Inhalte im Internet zu achten und illegale Inhalte zu melden. Die Botschaften wurden mit Hilfe von Werbetafeln, TV- Kanälen, Radiostationen, beliebten Portalen, Poster in der Schule und in Zeitungen veröffentlicht. Darüber hinaus wurden Werbematerialien verteilt.

Besonderes Augenmerk wurde auf die Feierlichkeiten im Rahmen des Safer Internet Day (SID) im Februar 2006 gelegt. Der Höhepunkt war eine öffentliche Schulstunde zum Thema "Internetsicherheit", die online für litauische Kinder übertragen wurde. Im Rahmen des SID nahmen auch 32 Schulen am “Ziniatinklis” Wettbewerb zur Erstellung von Live-Websites für Schulen teil. Von den SID Aktivitäten berichteten viele nationale Medien.

Bis jetzt wurden zwei Studien zum Thema "sicheres Internet" durchgeführt. Man wollte herausfinden, wie viele Kinder das Internet nutzen, ob sich Eltern der Gefahren bewusst sind und ob sie wissen, wie sie ihre Kinder schützen können. Die zweite Studie zeigt, dass das Bewusstsein für Internetrisiken von 53% auf 74% gestiegen ist.

Eltern sind vor allem über pornographische Materialien besorgt, die eine negative Auswirkung auf das Intimleben ihrer Kinder haben könnten. Die zweite große Angst betrifft die physische und psychische Entwicklung der Kinder. Laut beider Studien würden zwei Drittel aller Befragten in Zukunft illegale Inhalte im Internet melden. 95% der befragten BürgerInnen ist es ein Bedürfnis, den Kindern einen sicheren Umgang mit dem Internet zu vermitteln.

Diese Ergebnisse bestätigen die Bedeutung und Notwendigkeit, Aktivitäten durchzuführen, die für ein sicheres Internet eintreten. Wir werden auch weiterhin Werkzeuge und Methoden verbessern und Aktivitäten veranstalten, die der litauischen Öffentlichkeit die Wichtigkeit eines sicheren Internets näher bringen.

Pranas Smaizys, Projektkoordinator Safer Digital Lithuania

veröffentlicht: Tuesday, 12 Sep 2006
Letzte Änderung: Sunday, 5 Aug 2007
 
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