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Die verantwortliche Benutzung von Mobiltelefonen

In Spanien ist das Mobiltelefon die bei weitem am meisten verbreitete Technologie. Nicht alle benutzen jedoch die drahtlose Kommunikation auf die gleiche Art und Weise. Wie bei den meisten neuen Technologien sind die Jugendlichen die größte Benutzergruppe. In den älteren Altersklassen nimmt die Anzahl BenutzerInnen ab.
Diese Angaben stammen vom nationalen spanischen Statistikinstitut (INE) und zeigen an, dass Kinder auch anfangen, sich Mobiltelefonen zu bedienen. Fast 6 von 10 Kindern unter 14 Jahren verfügen über ein Mobiltelefon. Ab 16 Jahren macht die Benutzerzahl einen Sprung. In der Gruppe von 16- bis 24-jährigen benutzt die große Mehrheit ein Handy, nur 2% besitzen keines. Ab diesem Höchstwert beginnt die Kurve nach unten zu gehen. Erst geht sie nur leicht nach unten- 96,3 % der 25- bis 34-jährigen und 93% der 35- bis 44-jährigen benutzen ein Mobiltelefon - dann jedoch, ab dem Alter von 45 Jahren, geht die Kurve steil bergab. Personen über 65 Jahren benutzen am wenigsten Mobiltelefone, weniger als die Hälfte von ihnen besitzen ein Handy.



In Anbetracht dieser Situation ist es wichtig, dass wir alle auf eine korrekte Anwendung des Gerätes achten, sodass es nicht nur ein weiteres Symbol der Konsumgesellschaft ist, sondern Dienstleistungen bieten kann, die einen positiven Einfluss auf die Entwicklung der BenutzerInnen haben, insbesondere Jugendliche und Kinder. Die unverantwortliche Benutzung birgt echte Risiken in sich: Laut einer Studie der NRO Protégeles, die sich auf 2000 Umfragen unter Jugendlichen zwischen 11 und 17 Jahren basiert, die ein Mobiltelefon benutzen, geben 9% zu, pornographische Bilder erhalten zu haben, 7% haben mit Fremden gechattet und 18% geben zu, sich durch ihr drahtloses Gerät belästigt gefühlt zu haben. Gleichzeitig wird der Erhalt unerwünschter Nachrichten oder Spams immer üblicher. Nachrichten, die die BenutzerInnen dazu ermutigen, an Wettbewerben und glücksspielartigen Spielen teilzunehmen, sind besonders besorgniserregend. In diesem Zusammenhang sagen 72% der Kinder aus, Textnachrichten erhalten zu haben, die sie dazu ermutigten, an Preisverlosungen oder Glücksspielen teilzunehmen. Ein weiterer besorgniserregender Punkt ist die unangebrachte Benutzung von Mobiltelefonen im Unterricht, die wegen Konfrontationen zwischen SchülerInnnen oder der Benutzung während des Unterrichts zu einem Widerstand in der Bildungsgemeinschaft geführt hat, was den Verbot der Geräte während der Unterrichtsstunden herbeigeführt hat. Eine weitere bedeutende Statistik gibt an, dass 25% der Minderjährigen mehr als 20 € pro Monat für ihr Mobiltelefon ausgeben, 18% zwischen 20 € und 40 € und 7% mehr als 40 €.



Mobilfunkbetreiber in Spanien haben jedoch bereits Schritte unternommen, um den Allerjüngsten Mobiltelefonlösungen anzubieten, mit Funktionen, die von speziell angefertigten Handys - mit einer Aufspürfunktion, damit die Eltern wissen, wo sie sind, umgekehrten Gebührenfunktionen, die es Kindern erlauben, auch ohne Guthaben Anrufe zu tätigen, und einem System zur Einschränkung von Anrufen und Nachrichten - bis hin zu Filterfunktionen und eingeschränkter Anwendung von Breitband-Inhalten gehen. In diesem Bereich arbeiten Software-Entwickler von Programmen für elterliche Kontrolle und Mobilfunkbetreiber zusammen, um Familien Tools zur Verfügung zu stellen und sie vor den oben genannten Risiken zu beschützen. Zurzeit sind diese Systeme bereits auf einer fortgeschrittenen Stufe und weit verbreitet in Ländern wie Frankreich und Großbritannien, wo die angebotenen Lösungen nicht nur das Herunterladen von Pornographie verhindern, sondern auch den Versand und den Erhalt von SMS und MMS während einer bestimmten Zeit oder an bestimmten Tagen einschränken, unerwünschte SMS abweisen, Web/WAP Inhalte anhand von Kategorien verwalten oder das Durchführen von Einkäufen oder das Abgeben von Stimmen bei Wettbewerben einschränken können.



Zusätzlich zum technologischen Weg ist es wichtig, weiterhin Kampagnen zu fördern, die Eltern und PädagogInnen auf die Notwendigkeit hinweisen, ihren Kindern Grundregeln zur sicheren und angebrachten Anwendung von Mobiltelefonen beizubringen und ihnen zu erklären, wie das Handy ein nützliches pädagogisches Tool sein kann, wobei ein besonderer Nachdruck auf die Vorbeugung problematischer Situationen gelegt werden sollte. Zu diesem Zweck geben wir die folgenden fünf Empfehlungen:




  1. Informieren, um zu bilden: Um die Kinder über den Nutzen und den Missbrauch von Mobiltelefonen aufzuklären, müssen die Eltern und LehrerInnen gute Kenntnisse des Tools, der Fachsprache und der Möglichkeiten haben und sich für neue Technologien interessieren. Mobiltelefonverkaufsstellen und Organisationen, die sich mit dem Schutz von Minderjährigen beschäftigen, wie der spanische INSAFE Knotenpunkt und die NRO Protégeles, können Tipps hierzu geben. Dies ist die beste Art und Weise, dem Lernprozess des Kindes zu folgen.

  2. Legen Sie gewisse Gebrauchsregeln fest: Die Benutzung des Mobiltelefons muss mit klaren Regeln verbunden sein, die akzeptiert und vereinbart sind, sowohl zu Hause als auch im Unterricht. Zu diesem Punkt müssen Sie analysieren und kommunizieren, wann und in welchen Situationen die Benutzung angebracht ist und wann nicht.

  3. Berücksichtigen Sie das Alter des Kindes: Die Gebrauchsregeln für ein Mobiltelefon müssen das Alter und die Reife des Kindes berücksichtigen. Ein 11-jähriger kann nicht mit der gleichen Reife handeln wie ein Jugendlicher. Die Reife hängt jedoch nicht nur vom Alter ab. Verschiedene Kriterien können angewandt werden, um einzuschätzen, wie verantwortlich ein Jugendlicher ohne Aufsicht ist, z.B. wie schnell das Guthaben aufgebraucht ist, wie lange oder zu welchen Tageszeiten er/sie das Telefon benutzt.

  4. Betreiber sind die besten Berater: Einige Mobilfunkbetreiber bieten bereits besondere Lösungen für Minderjährige in ihren Angeboten an: Angepasste Telefone mit Einschränkungen auf Anrufen und Textnachrichten (der/die Benutzer/in kann nur gespeicherte Nummern anrufen und SMS an diese schicken); umgekehrte Gebührenfunktionen; Einstellungen, zu welchen Tageszeiten das Telefon benutzt werden kann; und eingeschränkter Zugang zu nicht jugendfreien Inhalten anhand integrierter Systeme zur elterlichen Kontrolle von gleichen Betreiber.

  5. Erstatten Sie Bericht, wenn nötig: Wenn Sie denken, dass Ihr Kind oder ein anderer Jugendlicher in Gefahr sein könnte, sollten Sie die zuständigen Behörden oder Protégeles kontaktieren (www.protegeles.com), die sich der Förderung sicherer Internetinhalte widmen.

Autor: Ana Luisa Rotta, Optenet European Projects Director
veröffentlicht: Friday, 18 Jul 2008
Letzte Änderung: Tuesday, 29 Jul 2008
 
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