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Dekret gegen Kindesmisshandlungsfotos im Internet

Im Anschluss an die Ereignisse in anderen Ländern hat der Italienische Kommunikationsminister Paolo Gentiloni im Januar 2007 ein Dekret erlassen, das Internet-Service-Provider verpflichtet, innerhalb von 6 Stunden alle Sites zu löschen, die Fotos von Kindesmisshandlungen in Umlauf bringen, verteilen oder vermarkten.
Diese Regierungsvorschrift, die aus dem Gesetz Nr. 38 von 2006 hervorgeht, legt eine Zeitspanne fest, innerhalb der eine Site mit Material über Kindesmisshandlungen unzugänglich gemacht werden muss. Die Verantwortung hierfür wird zudem den Internet-Service-Providern auferlegt, d.h. jenen, die durch die Anwendung geeigneter Mittel Zugang zum Web anbieten.

Das Zentrum für die Bekämpfung von Kindesmisshandlungsfotos im Web, unter anderem durch dieses Gesetz errichtet, hat die Pflicht, alle Berichte über Kindesmisshandlungsmaterial zu sammeln, auch jene, die über die Hotlines gemeldet werden (Erinnerung: In Italien ist niemand dazu berechtigt, das Material zu sehen, noch nicht einmal das Personal der Hotlines. Alle Berichte müssen direkt an die Polizei weitergeleitet werden, die als einzige das Recht hat, den Inhalt zu analysieren). Die Datenbank der Sites muss vom Zentrum kontrolliert und auf den neuesten Stand gebracht werden. Außerdem wird das Zentrum an die Internet-Service-Provider gekoppelt sein, um ihnen mitzuteilen, welche Sites sie von ihren Servern aus unzugänglich machen müssen.

Diese Maßnahme hat eine Debatte ausgelöst und ist sowohl auf Anerkennung als auch auf Kritik gestoßen. Für einige war es ein erster Versuch, das Netzwerk abzuriegeln, während es gleichzeitig eine unwirksame Maßnahme blieb, weil jeder, der sich Zugang zu gewissen Inhalten verschaffen will, das sowieso tun wird, auch ohne ein Experte zu sein. Auf jeden Fall sind wir der Meinung, dass die schnelle Schließung jeder Website, die Bilder über Kindesmisshandlung enthält, wichtig ist, um Minderjährige zu beschützen, die Opfer von Missbrauch sein könnten. Das Löschen der Site verhindert nämlich, dass die Bilder – ein Beweis und eine Aufzeichnung der Misshandlung und Gewalt, die an Tausenden von Jungen und Mädchen verübt wird – mehr als einmal in Umlauf gebracht werden. So wird eine Wiederholung und erneute Wiedergabe der Gewalt und Misshandlung verhindert, die diesen Kindern bereits zugefügt wurde.

Die Verhinderung des Zugangs zu einer Site mit Kindesmisshandlungsfotos beschützt weiterhin die Kinder, die im Web surfen. So wird verhindert, dass Kinder Bilder sehen, die für ihr Alter und für ihre Sensibilität unangebracht sind. Trotzdem stellt das Schließen und Löschen kinderpornographischer Websites nur eine erste Etappe im Kampf gegen die Online-Kinderpornographie dar.

Autor: Save the Children Italien

 

veröffentlicht: Tuesday, 24 Jul 2007
Letzte Änderung: Tuesday, 28 Aug 2007
 
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