You are looking at an archive of the saferinternet.org website.

Visit the new Safer Internet Portal
Spacer
Spacer Startseite > Neuigkeiten  > Artikel  > 0508  > Youth Protection Roundtable 
Spacer
 

Diskussion über Medienbildung und Jugendschutz in Stempenhof

Der Startschuss des dritten Treffens der Youth Protection Roundtable, YPRT (Rundtisch Jugendschutz), fiel am 14. Mai am blühenden Stadtrand von Nürnberg, Deutschland, mit einer Ausstellung der siegreichen Projekte des Safer Internet Day 2008 der nationalen Finalistenteams aus Bulgarien, Deutschland, Griechenland, Italien, Polen und Slowenien.

Am 15. Mai diskutieren während des ganzen Tages YPRT Mitglieder, Insafe Knotenpunkte und Jugendliche über die Online-Risiken, die Jugendliche beeinflussen können, sowie über ihre Zukunftsvisionen der Internetlandschaft. Die TeilnehmerInnen nahmen an gleichzeitig stattfindenen Sitzungen mit Jugendlichen und Erwachsenen teil, um in kleineren Gruppen über ähnliche Themen zu diskutieren.

Am Nachmittag vermischten sich die Gruppen und die verschiedenen Altersgruppen tauschten ihre Meinungen in einer Plenarsitzung aus. Der Standpunkt der Jugendlichen fand bei allen Anwesenden großes Interesse. Die jungen Teams identifizierten Malware, Datenschutz, Geldverlust und Verlässlichkeit der Informationen als Hauptanliegen und –risiken des Internets. Hier einige der von den Jugendlichen vorgestellten Ideen über die Internetsicherheit der Zukunft:

  • Meldefunktion, durch die besorgniserregende Inhalte einer Internetpolizei gemeldet werden können.
  • Ratschläge unter Gleichaltrigen durch junge Internetexperten in Schulen.
  • Onlineschule für Ratschläge und Kenntnisse von Experten.
  • Internet-Kontrollagentur, die Inhalte kontrolliert/prüft, bevor diese online gestellt werden. Eine Bescheinigung über das Bewusstsein für Internetsicherheit müsste ausgestellt werden, bevor eine Website online gestellt werden kann. Weniger Anonymität würde mehr Verantwortung mit sich bringen.
  • Möglichkeit, unerwünschte Daten zu löschen, die ohne die Zustimmmung und das Wissen von Einzelpersonen veröffentlicht wurden.
  • Besondere Bildungsprogramme für Kinder ab einem frühen Alter.
  • Weltweiter drahtloser Zugang.

In Reaktion auf die erwähnten Punkte stellten die finnischen VertreterInnen einer Gemeinschaft junger Medienexperten ihre positiven Erfahrungen mit Lehrerausbildungen in Schulen vor. Der finnische Knotenpunkt bestätigt, dass es eine übliche und erfolgreiche Vorgehensweise ist, Erwachsene mit Hilfe junger Experten zur Medienbildung zu führen.

Die Jugendlichen bestätigten, dass sie sich der Existenz von Notrufstellen bewusst sind, sich aber fragen, ob sie soweit gehen können, Sites mit illegalen Inhalten zu löschen. Die VertreterInnen der Notrufstellen erklärten, dass eine Kontrolle des Inhalts im Internet wegen der Anonymität oder einer fehlenden Harmonisierung der nationalen Gesetzgebungen sehr schwierig ist. Eine Zensur kann zudem das Menschenrecht auf freie Meinungsäußerung einschränken. Die Notrufstellen haben leicht unterschiedliche Rollen, abhängig von den Gesetzen des jeweiligen Landes. 

In Antwort auf Fragen des erwachsenen Publikums meinten die Jugendlichen, dass die Eltern in manchen Fällen noch nicht einmal wissen, was Internet ist, in anderen Fällen jedoch mehr oder weniger wisssen, welche Dienstleistungen ihre Kinder benutzen. Die Jugendlichen meinten ebenfalls, dass sie ihre Online-Kontakte unter Kontrolle haben und es sich meistens um Personen handelt, die sie wirklich kennen. Sie gaben an, viele Stunden online zu verbringen, bis zu vier Stunden oder mehr, wenn sie sich mit einem spannenden Spiel beschäftigen. Sie sind jedoch der Meinung, in der virtuellen Welt keine schlimmen Dinge zu tun; gewöhnlich surfen oder chatten sie oder laden Daten herunter.

Interessanterweise schienen die anwesenden Teenager in ihrer Benutzung des Internets recht selbstsicher zu sein. Sie gaben jedoch zu, dass es gewisse Risiken gibt und wünschen sich eine größere Verantwortung für und Kontrolle der unerwünschten Inhalte. Die erwachsenen TeilnehmerInnen des Rundtisches andererseits kamen zum zynischen Schluss, dass der Glaube, das Internet und die Inhalte kontrollieren zu können, utopisch ist.

Alle TeilnehmerInnen waren sich jedoch einig, dass es wichtig ist, Jugendliche, Eltern und LehrerInnen auszubilden und auf das Potential und die Risiken der Online-Technologien vorzubereiten.

 

Autor: Sofia Aslanidou, Insafe
veröffentlicht: Monday, 19 May 2008
Letzte Änderung: Monday, 2 Jun 2008
 
Spacer Spacer Spacer
 EN  Separator Line  FR 
 
Spacer
Design Copyright © 2005 European Schoolnet. All rights reserved..
co-funded by the European Union
Spacer