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Digital Youth Life 2009
Die Umfrage untersuchte das Verhalten, die Vorzüge und Erfahrungen von Kindern und Jugendlichen in Bezug auf den Austausch persönlicher Informationen online. Die TeilnehmerInnen im Alter von 9 bis 16 Jahren wurden gefragt, ob sie private Fotos oder Videos anderer veröffentlichen und ob sie normalerweise um Erlaubnis bitten, bevor sie Material ins Netz stellen. Die Umfrage forschte auch nach, welche Maßnahmen Kinder nehmen würden, wenn sie sich online entblößt fühlen, und ob sie selbst schon negative Reaktionen auf Kommentare oder Material bekommen haben, das sie online veröffentlicht haben. |
Die Umfrage wurde vom Dänischen Medienrat für Kinder und Jugendliche zusammengestellt und von YouGov Zapera durchgeführt. Die Angaben wurden im Januar 2009 unter 1528 Befragten gesammelt, die geographisch gesehen über ganz Dänemark verteilt waren. Die Umfrage unterteilt die Antworten in drei Altersklassen: 9-10 Jahre, 11-13 Jahre und 14-16 Jahre.
Je älter die Kinder werden, umso mehr benutzen sie das Internet. 19% der befragten 9- bis 10-Jährigen benutzen jeden Tag das Internet. Im Vergleich dazu benutzen 80% der 14- bis 16-Jährigen täglich das Internet. Hier bestätigt sich noch einmal die Tatsache, dass die Kinder sich heutzutage schon sehr früh mit dem Internet befassen. 59% der jüngsten Befragten, die täglich im Internet surfen, gaben an, mehr als eine halbe Stunde online zu verbringen. Die gleiche Tendenz macht sich übrigens in Bezug auf die Mobiltelefonbenutzung der Kinder bemerkbar. 81% der 9- bis 10-Jährigen und beinahe alle 11- bis 16-Jährigen besitzen ein Mobiltelefon.
Selbst die jüngsten Kinder haben ein Profil
Alle regelmäßigen BenutzerInnen besitzen ein Online-Profil. 86% der Befragten zwischen 14 und 16 Jahren, 61% der 11- bis 13-Jährigen sowie, interessanterweise, 26% der 9- bis 10-Jährigen, verfügen über ein Online-Profil. Die Umfrage deutet auch darauf hin, dass die Wahl der Site vom Geschlecht abhängt. Laut Umfrage sind mehr Mädchen als Jungen auf MSN, während mehr Jungen ein Profil auf einer Gaming-Site haben. Die Social-Networking-Site “habbohotel.dk” ist eine der beliebtesten Sites unter den jüngsten Befragten, während "Facebook" unter den Älteren beliebter ist. Die Umfrage ergab auch, dass die BenutzerInnen mit steigendem Alter immer mehr den Zugang zu den Fotos auf ihrem Profil einschränken. Unter den Befragten, die über ein Online-Profil verfügen, benutzen die 14- bis 16-Jährigen am ehesten Datenschutzeinstellungen (56%), gefolgt von 43% der 11- bis 13-Jährigen und nur 34% der 9- bis 10-Jährigen. 74% aller Befragten waren noch nie verletzt oder wütend wegen eines Kommentars, den jemand anders auf ihrem Profil veröffentlicht hat. Sollte dies der Fall sein, so deutet die Umfrage darauf hin, dass die ältere Gruppe es vorzieht (55%), mit der fraglichen Person zu reden und das Problem so zu lösen - nur 25% der jüngeren Befragten würden genauso vorgehen. Diese Gruppe zieht es vor, mit einem Erwachsenen darüber zu reden (58%) - eine Lösung, die nur 17% der Älteren wählen würden.
Die Frage, ob sie selber Kommentare auf den Profilen anderer veröffentlichten, bejahten 74% der 14- bis 16-Jährigen. Nur 49% der 11- bis 13-Jährigen und 19% der 9- bis 10-Jährigen hingegen tun dies. 92% jener, die Kommentare auf den Profilen anderer hinterlassen, sagen, dass ihnen noch nie mitgeteilt wurde, dass sie jemanden damit verletzt haben. 12% der Befragten gaben an, gewisse veröffentlichte Aussagen zu bereuen.
Mädchen veröffentlichen gerne Fotos und Videos
Je älter sie werden, umso eher veröffentlichen Kinder und Jugendliche Fotos und Videos online. Die Umfrage ergab, dass nur 7% der 9-10-Jährigen Fotos und Videos online veröffentlichen, während 32% der 11-13-Jährigen und 66% der 14- bis 16-Jährigen dies tun. Die Umfrage zeigt auch, dass Mädchen eher Fotos und Videos veröffentlichen, Jungen jedoch eher YouTube benutzen, wenn sie dies tun. Facebook ist im Allgemeinen eine der beliebtesten Sites, um solches Material zu veröffentlichen. In und um Kopenhagen wird dies viel häufiger getan als in anderen Gegenden des Landes.
Von Zeit zu Zeit veröffentlichen 20 % jener, die Fotos und Videos anderer ins Netz stellen, diese, ohne vorher um Erlaubnis zu bitten. In der Gruppe älterer Mädchen kommt dies am häufigsten vor und ist es am wahrscheinlichsten, dass jemand sich über die veröffentlichten Fotos oder Videos freut.
34% der Befragten sagten, dass andere BenutzerInnen Fotos oder Videos von ihnen online veröffentlicht haben, ohne um Erlaubnis zu fragen. 13% gaben an, Fotos von den Sites anderer kopiert und auf anderen Sites veröffentlicht zu haben.
Hast Du je eine SMS erhalten, die verletzend war - oder hast Du je eine solche SMS an jemand anderen geschickt?
Es kommt vor…31% der Befragten sagten aus, bereits eine verletzende SMS (Textnachricht) an jemanden geschickt zu haben, und 81 % sagten, dass sie es anschließend bereut haben. Bei der Frage, wie sie selbst auf eine verletzende SMS reagieren würden, sagten 65% der 9-11-Jährigen, sie würden einem Erwachsenen die Nachricht zeigen. Dieser Prozentsatz nimmt mit dem Alter der Befragten ab: 53% der 11-13-Jährigen und nur 31 % der 14- bis 16-Jährigen würden Hilfe bei Erwachsenen suchen. 18% der 14- bis 16-Jährigen gaben an, die SMS auf die gleiche Art und Weise zu beantworten, und 14% würden so tun, als sei nichts geschehen. Aus der Umfrage ergab sich, dass die Befragten eher um Hilfe bitten würden, wenn die Belästigung per SMS erfolgte als über ihr Profil.
"Getaggt" sein oder nicht "getaggt" sein
Wurdest Du schon einmal von anderen in einem Bild online getaggt? 33% aller Befragten bejahten diese Frage. Die älteren Mädchen werden am häufigsten getaggt. 70% der Befragten stören sich nicht daran, getaggt zu werden, 10% finden es lästig und 18% haben keine Meinung hierzu. Die Umfrage ergab, dass die 14- bis 16-Jährigen es eher in Ordnung finden, online getaggt zu werden. Die Frage, ob die Befragten andere Personen in Fotos online taggen, bejahten erneut größtenteils ältere Mädchen. 10% jener, die bereits andere Personen online getaggt haben, haben wütende oder verletzte Reaktionen von den fraglichen Personen erhalten.
Mit wem debattierst Du?
Nimmst Du an Debatten oder Gruppendiskussionen online teil? 34% bejahten diese Frage, und die große Mehrheit hiervon waren Mädchen. 52% bestätigten, stets daran zu denken, wer noch an der Diskussion teilnehmen könnte, während 44% sich keine Gedanken darüber machen. 10% gaben an, jemanden mit ihren Aussagen bei Debatten oder in einer Gruppe verletzt zu haben, und 53% bereuten dies.
Wer bist Du?
Stell Dir vor, Du wärst jemand anders. 8% der Befragten haben im Internet vorgetäuscht, jemand zu sein, den sie aus dem wirklichen Leben kennen. Ebenso viele Jungen wie Mädchen sind geneigt, dies zu tun, und scheinbar steigt der Prozentsatz mit dem Alter. Dies geschieht auch eher in der Gegend der Hauptstadt Kopenhagen. 10% der Befragten gaben an zu wissen, dass jemand anders online ihre Identität angenommen hat. Wie bei anderen Problemen wendet sich die jüngere Altersgruppe eher an einen Erwachsenen, während die Älteren das Problem lieber selber lösen.
Das Schlimmste, was Du Dir vorstellen kannst...
Die Befragten wurden gebeten, aus 7 Möglichkeiten die drei auszuwählen, die sie online am unangenehmsten finden. Am unangenehmsten war es 58%, " dass andere Personen im Internet vorgeben, ich zu sein", "dass jemand Fotos und Videos von mir hochlädt und sie ohne mein Wissen an andere weiterleitet" (55%) und "eine verletzende SMS zu erhalten" (46%).
Für weitere Informationen:
Medienrat für Kinder und Jugendliche
Susanne Boe: sub@medieraadet.dk, 33743476
Gry Hasselbalch: gh@medieraadet.dk, 33743602
Website: www.medieraadet.dk
| Autor: |
Susanne Boe and Gry Hasselbalch, medieraadet.dk |
| veröffentlicht: |
Wednesday, 1 Apr 2009 |
| Letzte Änderung: |
Monday, 20 Apr 2009 |
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