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Konferenz über Inhaltsbewertung und mobile Internetsicherheit in Prag, Dezember 2008
Inspiriert durch die erfolgreiche internationale Konferenz CEE SIC 2007 (November 2007) und die professionelle Konferenz "Internet & Law" (Internet & Gesetzgebung), beschlossen ihre Organisatoren, die zweite jährliche Konferenz - SIC 2008 - am 15. Dezember 2008 im Nostic Palast in Prag abzuhalten. Die Konferenz befasste sich dieses Mal mit dem Internet und der mobilen Kommunikation. |
Das tschechische Kultusministerium arbeitet zurzeit an einer neuen Gesetzgebung über Medien und Audiovisuelles. Die Inhaltsbewertung konzentriert sich mehr und mehr auf das Internet. Deshalb befasst sich das Saferinternet.Cz Projekt bereits jetzt mit diesem Aspekt und koorganisiert die Konferenz über Inhaltsbewertung und mobile Internetsicherheit (SIC 2008).
Die Veranstaltung wurde unter der Schirmherrschaft von Herrn Kasal, dem Vize-Präsidenten der Abgeordnetenkammer des Tschechischen Parlaments und Urheber der Kampagne "Sicheres Internet für Kinder", ins Leben gerufen. Er wies in seiner Eröffnungsrede auf die Bedeutung der Veranstaltung hin und drückte das Interesse des Tschechischen Parlaments und seiner professionellen Institutionen aus, das Gesetzgebungsverfahren falls nötig zu unterstützen.
Die Nachfrage von InternetbenutzerInnen nach genügend Informationen über den Inhalt, auf den sie zugreifen wollen, wurde zu einem der Kernthemen der Konferenz.
Die Nachfrage ist reell und geht aus dem Wachstum von textlichen, visuellen und audiovisuellen Ressourcen im Web hervor, die Elemente beinhalten, die für Minderjährige unangebracht sein oder bestimmte
Bevölkerungsgruppen kränken könnten (auf Basis ihrer
Ethnizität, ihres Glaubens, ihrer sexuellen Orientierung, usw.)
Das Thema wurde von Patrick Chazerand von der europäischen Interaktiven Software-Vereinigung Europas (European Federation of Interactive Software) angesprochen (ISFE), der das PEGI System vorstellte. Er sagte: "Die interaktive Softwareindustrie wurde sich ihrer sozialen Verantwortung bewusst, was zur Einführung des auf Selbstregulierung basierenden PEGI Inhaltsbewertungssystems führte. Dieses erleichtert Eltern die Entscheidungen in Bezug auf angebrachte Inhalte für ihre Kinder". Das Klassifizierungssystem wurde vom Niederländischen Institut für die Klassifizierung audiovisueller Medien (NICAM) entwickelt. Das System wird in den Niederlanden sowie in einigen anderen europäischen Ländern für die Beurteilung und Produktion von Fernsehprogrammen angewandt. Professor Jan Jirak vom Zentrum für Medienstudien (CEMES) der Charles Universität in Prag, Leiter des Projektes "Konzept eines einheitlichen Systems für die Klassifizierung audiovisueller Produkte, die für Kinder und Jugendliche unangebracht sind" (AV klasifikace), empfiehlt die Einführung des PEGI Bewertungssystems in der Tschechischen Republik.
Fragen über die Internetsicherheit für Kinder wurden von Jan Mühlfeit, dem Präsidenten von Microsoft Europe (Microsoft) angesprochen. Petr Soukup vomInstitut für Soziologiestudien FSV der Charles Universität stellte anschließend konkrete Daten aus aktuellen Studien vor, auch aus dem kürzlich veröffentlichten Eurobarometer, der sich mit der Benutzung des Internets und der Kommunikationstechnologien durch Kinder befasste.
Der nächste Teil der Konferenz behandelte das Thema der auf Kinder gerichteten Cyberkriminalität und der sicheren Benutzung von Mobiltelefonen durch Jugendliche. Jonny Shipp von Telefónica O2 UK eröffnete diesen Teil und wies auf die Notwendigkeit hin, sowohl die Kinder als auch die Eltern über die Benutzung der IKT aufzuklären. Das europäische Netzwerk von Beratungsstellen INHOPE wurde von Adrian Dwyer vorgestellt. Die Hauptaufgabe des Netzwerkes - in Zusammenarbeit mit nationalen und internationalen Strafverfolgungsbehörden - ist der Kampf gegen die Verbreitung von Kinderpornographie im Internet, gegen Kindsmissbrauch sowie andere Formen der auf Kinder gerichteten Cyberkriminalität. Konkrete Formen solcher Verbrechen in der Tschechischen Republik und die von der tschechischen Polizei genommenen Maßnahmen wurden von Karel Kucharik vom tschechischen Polizeipräsidium erläutert.
Diese Reden dienten der Einführung der Themen der nächsten interessanten Podiumsdiskussionen. Die erste Diskussion war der Regulierung, Selbstregulierung und Zensur gewidmet. Die DiskussionsteilnehmerInnen - VertreterInnen der größten Internetinhaltsanbieter (O.Svihalek/Centrum Holding, J.Kabele/iDnes, J. Hajek/Microsoft) - diskutierten verschiedene Aspekte dieses Themas, während Dr. jur. Tomas Grivna von der juristischen Fakultät der Charles Universität auf die legalen Aspekte der Verantwortlichkeit für veröffentliche Inhalte einging.
Die nächste Diskussionsrunde konzentrierte sich auf die hochmoderne Verwirklichung des europäischen Rahmenwerks für eine sichere Anwendung durch Jugendliche, Teenager und Kinder (Dohoda o implementaci národní samoregulace vČR). VertreterInnen der tschechischen Mobilfunkbetreiber
(J.Chocova/T-Mobile, V.Recnikova/Teléfonica O2, P.Piskula/Vodafone) nahmen an der Diskussion teil.
Die letzte Diskussionsrunde befasste sich mit Cyberkriminalität, der Gesetzgebung und der Sicherheit der Kinder. Die DiskussionsteilnehmerInnen A.Dwyer/INHOPE, V.Jirovsky/MFF UK, K.Kucharik/Policie ČR und K.Kopecky/PF UP Olomouc) waren sich einig, dass der Kampf gegen Cyberkriminalität ein sehr kompliziertes, langfristiges Problem ist, das den Strafverfolgungsbehörden und den Bildungsinstitutionen eine außergewöhnliche Zusammenarbeit abverlangt.
Am Ende der Konferenz wurde die Erklärung guter Praxisbeispiele für die Ermächtigung der BenutzerInnen, informierte Entscheidungen über audiovisuelle Inhalte zu treffen verkündet. Ziel der Erklärung ist es, eine Diskussion über die Grundlagen dieser guten Praxisbeispiele zu beginnen, damit sie klar und deutlich sind und es den Kunden ermöglichen, eine informierte Entscheidung zu treffen, welche der von den Inhaltsanbietern bereitgestellten Inhalte sicher und angebracht sind.
Die Erklärung inspiriert sich an einer ähnlichen Initiative in Großbritannien .
Die Konferenz wurde von Microsoft, Teléfonica O2, T-Mobile und Vodafone unterstützt.
Organisatoren:
Saferinternet.Cz ist das von der EG unterstützte Projekt im Rahmen des Safer Internet Programms. Ziel des Programms ist es, das Bewusstsein für ein sichereres Internet zu schärfen, während die Beratungsstelle Kindern, die Opfer von Cyberkriminalität geworden sind, zur Seite steht, und die Notrufstelle mit der tschechischen Polizei zusammenarbeitet, um Cyberkriminalität und an erster Stelle Kinderpornographie zu bekämpfen.
DasSafer Internet Institut ist eine Plattform, die sich mit der Internetsicherheit befasst. Ziel des Instituts ist es, eine Sammlung guter Praxisbeispiele (Dokumente, Ressourcen) aufzubauen, um dem Saferinternet.Cz Projekt zu helfen und zur Methodologie einer sichereren Benutzung des Internets beizutragen.
| Autor: |
saferinternet.cz |
| veröffentlicht: |
Monday, 2 Feb 2009 |
| Letzte Änderung: |
Wednesday, 11 Feb 2009 |
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