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Logged-on Kids
Internet und Mobiltelefone werden in Italien immer mehr von vorpubertären Kindern verwendet. 86% benutzen das Internet und 95% besitzen ein Mobiltelefon, an erster Stelle um mit ihren Freunden in Kontakt zu bleiben und neue Freundschaften zu schließen. 25% geben zu, bereits gefährliche Situationen erlebt zu haben. |
So lauten nur einige der Resultate von "Logged-on Kids", einer neuen, von
Save the Children Italien-Cremit durchgeführten Umfrage.
Internet und Mobiltelefone sind zu einem festen Bestandteil des Lebens vorpubertärer Italiener geworden und dienen dazu, jederzeit mit Freunden
in Kontakt zu sein, Eindrücke und Erlebnisse
auszutauschen und Beliebtheit zu gewinnen.
Die vorherrschende Meinung ist, dass diese Medien nützlich, einfach zu bedienen und nicht besonders risikoreich sind, obwohl die Jugendlichen zugeben, beleidigende und provozierende Verhaltensweisen erlebt zu haben - mit Leuten, die vorgeben, jemand anders zu sein (52%), dermMissbrauch von Fotos anderer Leute (46%), der Suche nach pornographischem Material (35%) - oder riskante Situationen erlebt zu haben, wie Einladungen von Fremden (41%) oder Chatten mit Erwachsenen (32%). All diese Aktivitäten finden ohne elterliche Kontrolle statt.
Die von Save the Children und CREMIT, dem Forschungszentrum für Medienbildung, Information und Technologie der Katholischen Universität vom Heiligen Herzen in Mailand, durchgeführte Umfrage “Logged-on Kids: Pre-adolescent Italians and new media,”[1] (Eingeloggte Kinder: Vorpubertäre Italiener und die neuen Medien) hat zu mehreren Schlussfolgerungen geführt. Die Untersuchung der Bedeutung und Funktionen, die italienische Jugendliche zwischen 11 und 14 Jahren dem Internet und Mobiltelefonen[2] zuordnen, hat ergeben, wie diese demographische Gruppe sie anwendet, wieso sie sich für diese Formen der Medien entscheidet, in welchem Ausmaß sie sie als gefährlich ansieht und was, ihrer Meinung nach, potentiell gefährliche Verhaltensweisen sind.
Mobiltelefone: Kommunizieren und Aufbewahren von Erinnerungen
Mobiltelefone sind heute unter vorpubertären Jugendlichen sehr beliebt, wie die Umfrage von Save the Children-Cremit preisgibt: 95% der Befragten besitzen eins. "Dies ist ein relativ hoher Prozentsatz, wenn man bedenkt, wie jung die Befragten sind," so Valerio Neri, Generaldirektor von Save the Children Italien. "Gerade in dieser Altersgruppe hat die Benutzung von Mobiltelefonen in den letzten Jahren exponentiell zugenommen.”[3]
In Bezug auf die Art der Benutzung handelt es sich vor allem um Textnachrichten (92%), gefolgt von Spielen (76%), Austausch von Bildern (74%), Videoclips (68%), Fotos (54%) und Surfen (33%). 76% drehen Filme oder nehmen Fotos, um Erinnerungen an eine Veranstaltung zu haben und 73%, um Fotos/Videos mit Freunden zu teilen.
Laut Valerio Neri "ersetzt das Mobiltelefon den digitalen Fotoapparat und wird zum Mittel, um besondere Ereignisse festzuhalten, die unterhaltsam oder ungewöhnlich sind... Jugendliche schreiben dem Mobiltelefon stets mehr Bedeutung zu als Mittel, um Erinnerungen festzuhalten."
Nur relativ wenige Befragte (16%) benutzen das Mobiltelefon oft oder manchmal, um im Internet zu surfen - sie tun dies meistens, wenn sie nicht auf einem festen Rechner bleiben wollen und online gehen möchten, wo and wann immer sie es wünschen, oder weil sie keinen Internetanschluss zu Hause haben.
Internet: Soziale Netzwerke und Blogs werden immer beliebter, sowohl um mit alten und neuen Freunden in Kontakt zu bleiben als auch, um sich Geltung zu verschaffen
Laut der Umfrage "Logged-on Kids" benutzen und surfen 86% der Befragten im Internet. Auf die Frage, wofür sie Internet benutzen, stehen Suchmaschinen (86%) ganz oben auf der Liste, gefolgt von Videos und Musik (70%), MSN (59%), Chaträumen (53%), Uploads (49%), E-Mail (47%), Videospielen (33%), Foren, Blogs und sozialen Netzwerken (28%), Skype (16%), Einkäufen und Produkten (15%), Umfragen und Wettbewerben (11%).
Weiterhin geben 38% der Befragten an, über ein persönliches Profil auf einem sozialen Netzwerk zu verfügen. Das meist benutzte Social-Networking-Programm ist MSN Messenger, gefolgt von Habbo, netlog, Chatta.it und Badoo.
Blogs sind ebenfalls weit verbreitet und erfreuen sich wachsender Beliebtheit: 32% der Jugendlichen besitzt einen Blog.[4]
“Die wachsende Vorliebe der Jugendlichen für Social-Networking hat aus dem Internet einen Ort zum Knüpfen von Kontakten gemacht", so Pier Cesare Rivoltella, Professor für IT-Aus- und Fortbildung der Katholischen Universität von Mailand und Direktor von Cremit. "Diese Orte werden regelmäßig von Jugendlichen besucht und sind wesentlich
für die Aufrechterhaltung des Kontakts mit Freunden und Gleichaltrigen, das Kennenlernen neuer Freunde und den Selbstausdruck.”
Tatsächlich geben 74% der Befragten an, die sozialen Netzwerke zu benutzen, um mit ihren Freunden in Kontakt zu bleiben, und 50%, um neue Bekanntschaften zu machen.
Rivoltella sagt weiterhin, dass "es sehr wichtig ist anzuerkennen, dass das Web zur Erweiterung des normalen Netzwerks von Freundschaften geworden ist, und nicht zur alternativen Welt, die echte Beziehungen ersetzt. Kurz gesagt sind die Freundschaften, die online geschlossen wurden, ebenso wichtig wie die persönlichen Beziehungen, und oft handelt es sich hierbei um die gleichen Personen”.
Die Jugendlichen verschaffen sich außerdem Geltung über Internet und drücken ihre eigene Persönlichkeit aus. Es ist nicht überraschend, dass die befragten vorpubertären Jugendlichen oft persönliche Fotos (40%), Fotos mit Freunden (24%) und Fotos von Berühmtheiten, mit denen sie sich identifizieren (23%), hochladen. Die Benutzung persönlicher Bilder ist eine Art, die eigene Persönlichkeit auszurücken und Freunde mit ähnlichen Interessen zu finden (50%) und die eigenen Interessen auszudrücken (45%). Nur von zweitrangiger Bedeutung ist es, Aufmerksamkeit zu erregen (16%) oder zu provozieren (3,6%).
Die Meinung der Jugendlichen zum Web: Die Nutzen sind größer als die Risiken ... aber sie geben zu, gewisse Risiken einzugehen
Vom Standpunkt der Jugendlichen her ist das Internet sicherlich ein sehr nützliches (laut 58% ganz und gar nicht nutzlos)und einfach zu bedienendes
Hilfsmittel (überhaupt nicht schwierig laut 37% der Befragten). Bezüglich der potentiellen Gefahren sehen sehr wenige es als sehr gefährlich an (6%), während viele es als recht gefährlich ansehen (33%). Auf die Frage, ob die Eltern zu Hause ihre Internetbenutzung einschränken oder verbieten, antworteten 68%, keine Einschränkung auf
ihre Benutzung von Suchmaschinen zu haben, 57% durften immer Nachrichtensofortversandprogramme benutzen und 51% Chaträume.
“Diese Antworten deuten auf eine gewisse Normalisierung der Internetbenutzung hin, die sowohl von den Jugendlichen als auch von den Eltern als eine normale und alltägliche Handlung angesehen wird, kontrollierbar und nicht besonders riskant”, so Pier Cesare Rivoltella.
Über die mutmaßlichen Risiken ihre Altersgefährten oder ihr eigenes gefährliches Verhalten online befragt sagten 52% der Befragten aus, dass ihre Altersgefährten sich für jemand anderen ausgeben, 51% erfinden Lügen, 46% veröffentlichen nicht autorisierte Fotos, 41% erhalten Einladungen von Fremden, 35% suchen nach pornographischem Material und 34% chatten mit Erwachsenen.
Die Frage, ob sie sich selbst bereits in einer dieser Situationen befunden haben, bejahten 25% der Befragten. Die meisten gaben auch zu, mit niemandem oder höchstens mit ihren Freunden darüber gesprochen zu haben. Nur selten vertrauten sie sich ihren Geschwistern oder direkt ihren Eltern an (2 bis 5% der befragten Jugendlichen).
“Die Jugendlichen sind scheinbar nicht so ahnungslos und sind sich der Tatsache bewusst, dass gewisse Verhaltensweisen riskant oder provozierend sein können," bemerkt Valerio Neri, Generaldirektor von Save the Children Italien. “Falls es wahr ist, dass potentiell
auf Missbrauch eingestellte Erwachsene im Netz surfen, müssen wir
berücksichtigen, dass in vielen Fällen die Jugendlichen selbst diese Medien auch auf eine Art und für Zwecke einsetzen, die unangebracht sind. “Die Herausforderung für Erwachsene, Eltern und LehrerInnen liegt darin", so Valerio Neri, "auf diese spezifischen Verhaltensweisen zu reagieren und den Jugendlichen die nötigen Fähigkeiten zur Verfügung zu stellen, um unabhängig und sicher auf Online-Angebote zu reagieren."
Die Eltern sollten als erste mit ihren Kindern sprechen.
Die Jugendlichen haben jedoch Tendenz, sich niemandem oder nur ihren Freunden anzuvertrauen. Es ist daher wichtig, die Probleme auf einer gleichberechtigten Ebene anzugehen und,
vor allem in Schulen, durch Kampagnen und Aktivitäten zur Bewusstseinsschärfung, die eine verantwortungsbewusste Benutzung der neuen Medien fördern, direkt mit ihnen zu interagieren.
[1] Das Konzept der “neuen Medien” ist wahrscheinlich bereits überholt, da es die Möglichkeit voraussetzt, zu identifizieren, was sie von den "alten Medien" unterscheidet: Handelt es sich um "neue Medien", wenn man anhand seines Mobiltelefons fernsieht? Wie steht es mit dem digitalen Fernsehen? Oder Webradio? Im Rahmen dieser Umfrage wurde entschieden, den Begriff "neue
Medien" zu benutzen, weil er für die Definition dieser Medien (von Mobiltelefonen über Videospiele bis hin zum Internet mit all seinen Anwendungen)
bereits allgemein üblich ist
und allgemein von Jugendlichen benutzt wird.
[2] Die Umfrage basiert sich auf 1.373 Fragebogen, die von Januar bis Mai 208 von 11- bis 14-jährigen Kindern ausgefüllt wurden.
[3] Gemäß einer aktuellen lstat-Umfrage benutzten im Jahr 2000 35,2 % der Jugendlichen zwischen 11 und 13 Jahren ein Mobiltelefon. 2008 belief sich dieser Prozentsatz auf 83,7%.
[4] 2006 belief sich die Zahl laut einer von Cremit durchgeführten Umfrage
auf 18%.
| Autor: |
Save The Children, Italy |
| veröffentlicht: |
Thursday, 22 Jan 2009 |
| Letzte Änderung: |
Wednesday, 11 Feb 2009 |
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