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Verbesserung des Kinderschutzes und der Online-Technologien

Der Endbericht der Internet Safety Technical Task Force an die mehrstaatliche Arbeitsgruppe für Social Networking der Staatsanwälte aus den USA wurde vor kurzem veröffentlicht. Die Untersuchung befasste sich mit jenen Technologien, die die Industrie und EndbenutzerInnen - einschließlich Eltern - einsetzen können, um Minderjährige im Internet zu beschützen.

Im folgenden Artikel geben wir einige der Schlussfolgerungen und Empfehlungen des Berichts weiter.

Die Risiken, denen sich Minderjährige online gegenüber sehen, sind komplex und vielfältig und unterscheiden sich in den meisten Fällen nicht maßgeblich von den Risiken offline. Die Minderjährigen tragen außerdem beim Älterwerden selbst zu einigen dieser Probleme bei. Hier im die Resultate der Studie im Überblick:

  • Sexueller Missbrauch von Minderjährigen durch Erwachsene, sowohl online als auch offline, ist weiterhin ein besorgniserregendes Problem. Alle Formen des sexuellen Missbrauchs, einschließlich wenn er der gesetzlichen Definition der Vergewaltigung entspricht, sind ein abscheuliches Verbrechen. Ein großer Teil der Untersuchungen, die auf Strafverfolgungen wegen internetbezogenem Kindsmissbrauchs basieren, geht auf die Zeit vor dem Aufstieg sozialer Netzwerke zurück. Diese Untersuchungen ergaben, dass es sich in diesen Fällen meistens um postpubertäre Jugendliche handelte, die sich der Tatsache bewusst waren, dass sie sich mit einem erwachsenen Mann trafen, um sich auf sexuelle Handlungen einzulassen. Die Task Force fügt hinzu, dass weitere Untersuchungen sich mit den Aktivitäten von Sexualverbrechern auf Social-Networking-Sites und in anderen Online-Umgebungen befassen müssen, und ermutigt Strafverfolgungsbehörden, mit Forschern zusammenzuarbeiten, um mehr Informationen zu diesem Thema zur Verfügung zu stellen. Jugendliche melden öfter sexuelle Anfragen, die sie von anderen Minderjährigen bekommen haben. Auch diese Vorfälle jedoch sind ungenügend dokumentiert, werden den Strafverfolgungsbehörden selten gemeldet und sind nicht Teil der meisten Unterhaltungen über Online-Sicherheit.
  • Mobbing und Belästigung, meistens durch Gleichaltrige, sind die häufigsten Bedrohungen, denen sich Minderjährige sowohl online als auch offline gegenübersehen.
  • Das Internet erhöht die Verfügbarkeit schädlicher, problematischer und illegaler Inhalte, trägt jedoch nicht immer zu einem erhöhten Umgang der Jugendlichen mit diesen Inhalten bei. Unerwünschter Kontakt online mit Pornographie kommt vor; die wahrscheinlichsten "Opfer" sind jedoch jene Benutzer, die solche Inhalte aktiv suchen, wie z.B. ältere männliche Jugendliche. Die meisten Studien konzentrieren sich auf Erwachsenenpornographie und gewalttätige Inhalte, es gibt jedoch auch andere besorgniserregende Inhalte wie Kinderpornographie und die gewalttätigen, pornographischen und anderweitig problematischen Inhalte, die von den Jugendlichen selbst erstellt werden.
  • Das Risikoprofil für die Benutzung der verschiedenen Arten sozialer Medien hängt von der Art des Risikos, der allgemeinen Benutzung durch Jugendliche und dem psychosozialen Profil der Jugendlichen ab, die diese Medien benutzen. Social-Networking-Sites sind im Allgemeinen nicht gefährlich, was den Kontakt mit unerwünschten und problematischen Inhalten angeht, werden jedoch oft eingesetzt, um Gleichaltrige zu belästigen; wahrscheinlich, weil sie von Minderjährigen weitgehend benutzt und vor allem eingesetzt werden, um bestehende soziale Beziehungen zu verstärken.
  • Nicht alle Minderjährige sind online Risiken ausgesetzt. Am meisten gefährdet sind jene, die Risiken eingehen und auch in anderen Bereichen ihres Lebens Schwierigkeiten haben. Das psychosoziale Profil und die Familiendynamik gewisser Jugendlichen sind bessere Anhaltspunkte, um das Risiko einzuschätzen, als die Benutzung spezifischer Medien oder Technologien.
  • Obwohl schon viel über diese Probleme bekannt ist, benötigen viele Bereiche weitere Forschung. Zu wenig ist zum Beispiel bekannt über das Zusammenspiel der Risiken und der Rolle, die Minderjährige selbst spielen, indem sie zu den unsicheren Umgebungen beitragen.


Empfehlungen zur Zuordnung von Ressourcen:

  • Die Mitglieder der Internetgemeinschaft sollten weiterhin mit Experten der Kindersicherheit, Technologen, BefürworterInnen der öffentlichen Ordnung, Sozialdiensten und Strafverfolgungsbehörden zusammenarbeiten, um: Eine Reihe von Technologien zu entwickeln und einzugliedern, um Minderjährige vor Online-Risiken zu schützen; Normen für die Benutzung von Technologien und das Teilen von Daten festzulegen; gute Praxisbeispiele über die Eingliederung neuer Technologien und neuer Online-Sicherheitsfragen zu identifizieren und zu fördern und Strukturen einzuführen, um die Wirksamkeit zu testen. Sorgfältige Betrachtungen sollten den Risiken gewidmet werden, denen die Minderjährigen wirklich online ausgesetzt sind und der Art, wie diese Risiken angesprochen werden können, sowie den verfassungsmäßigen Rechten und den Themen der Privatsphäre und der Sicherheit.
  • Zur Ergänzung der Anwendung von Technologien sollten größere Ressourcen zugestanden werden: An Schulen, Bibliotheken und andere Gemeinschaftsorganisationen, um ihnen dabei zu helfen, Richtlinien zur Risikovorsorge einzuführen und Ausbildungen über Onlinesicherheit anzubieten; an Strafverfolgungsbehörden für die Ausbildung und die Entwicklung von Technologietools, und um die Polizeimaßnahmen im Bereich der Onlinesicherheit für Jugendliche zu verbessern; und an auf dem Gebiet der Sozialdienste und psychischer Krankheiten beruflich Tätiger, die sich auf Minderjährige und ihre Familien konzentrieren, damit sie ihr Fachwissen auf Online-Bereiche ausbreiten und mit Strafverfolgungsbehörden und der Internetgemeinschaft zusammenarbeiten können, um so eine einheitliche Ansatzweise zur Identifizierung gefährdeter Jugendlicher zu entwickeln und eingreifen zu können, bevor das Risikoverhalten zu gefährlichen Situationen führt. Größere Ressourcen sollten auch der laufenden Forschung über die genaue Art der Online-Risiken für Jugendliche, der Veränderung dieser Risiken im Laufe der Zeit und der Abschwächung (oder nicht) der Risiken durch Eingriffe zugeordnet werden. Um eine systematischere und gründlichere Forschung zu gewährleisten, sollten die Strafverfolgungsbehörden mit ForscherInnen zusammenarbeiten, um ihnen dabei zu helfen, Daten über die Anwendung der Internettechnologien durch aufgelistete Sexualverbrecher zu sammeln. Technologiefirmen sollten ForscherInnen entsprechend anonymisierte Daten zur Verfügung stellen, um ihre Verfahren zu testen.
  • Eltern und BetreuerInnen sollten sich über das Internet und die Art und Weise, wie ihre Kinder es einsetzen, sowie über die Technologie im Allgemeinen auf dem Laufenden halten; die Wirksamkeit verfügbarer technologischer Tools für ihr Kind und ihre Familie im Besonderen erforschen und beurteilen, und diese Tools einsetzen, wie es ihnen für angebracht erscheint; sich an der Art und Weise, wie ihre Kinder Internet einsetzen, interessieren und beteiligen; sich der allgemeinen Risiken bewusst sein, denen sich Jugendliche gegenübersehen, um ihren Kindern dabei zu helfen, die Technologien zu verstehen und damit umzugehen; auf gefährdete Jugendliche in ihrer Gemeinschaft und in der Altersgruppe ihrer Kinder achten und erkennen, wenn sie Hilfe benötigen.

Zur
Internet Safety Technical Task Force
Endbericht herunterladen

Autor: ISTTF
veröffentlicht: Tuesday, 27 Jan 2009
Letzte Änderung: Wednesday, 11 Feb 2009
 
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